Auch das Tierheim Speyer arbeitet zunehmend an der Belastungsgrenze. Deshalb unterstützt der Tierschutzverein Speyer u.U. e.V. die am 21.05.2026 eingereichte Klage des Deutschen Tierschutzbundes gegen die Bundesrepublik, vertreten durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Trotz Versprechen im Koalitionsvertrag wurden im Bundeshaushalt 2026 erneut keine Mittel für den praktischen Tierschutz vor Ort bereitgestellt. Der Deutsche Tierschutzbund sieht den Bund aufgrund des Staatsziels Tierschutz im Grundgesetzt auch in einer fianziellen Verpflichtung und will dies deshalb nun erstmals gerichtlich klären lassen.
„Auch wir als Tierheim spüren die steigenden Kosten in der Versorgung unserer Tiere und den Betrieb des Tierheims. Unsere Energiekosten steigen und allgemein wird der Investitionsbedarf immer mehr“, sagt Uwe Grimm, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Speyer u.U. e.V.. „Der Tierschutz ist im Grundgesetz veranktert, trotzdem werden wir seit Jahren allein gelassen.“
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes besteht bundesweit Investitionsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe in Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen. Viele kämpfen mit maroden Gebäuden, gestiegenen Energie- und Tierarztkosten, sowie verschärften Vorgaben zum Beispiel im Bereich Arbeitsschutz. Auch im Tierheim Speyer sind die Energiekosten extrem gestiegen und das Hauptgebäude müsste renoviert werden.
Der Bund zieht sich bisher aus der finanziellen Verantwortung und verweist auf die Zuständigkeit der Kommunen. dabei zeigt die sogenannte „Sportmilliarde“ was möglich ist, wenn der politische Wille da ist: Städte und Gemeinden können beim Bund seit Kurzem Mittel für die Sanierung kommunaler Sportstätten beantragen. „Das braucht es dringend auch für den Tierschutz“, sagt Uwe Grimm. Doch nicht nur hier bleibt die Bundesregierung untätig: Wichtige Maßnahmen, die den karitativen Tierschutz entlasten könnten, etwa eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen oder ein für Tierhalter verpflichtender Sachkundenachweis vor der Anschaffung eines Tieres fehlen bis heute.
Weitere Infos gibt es auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes.